Gedanken während meiner Meditation

Heute habe ich mich seit langer Zeit mal wieder hingesetzt und habe meditiert. Das letzte Mal ist schon fast ein Jahr her, während meiner Abiturphase bin ich dadurch zur Ruhe gekommen.

Ich habe mir drei Kerzen angezündet, entspannte Musik angemacht und mich in meinem ganz persönlichen Lotussitz auf das Meditationskissen gesetzt. Den ganzen Tag bin ich schon nervös und ungeduldig gewesen und ich hatte das Gefühl, dies ist der einzige Weg um mich zu beruhigen. Also habe ich erst ein paar Mal tief durchgeatmet um die wirren Gedanken und den Stress loszuwerden.
Ich bin in Gedanken durch den Wald auf meine Lichtung gegangen. Dort steht meine kleine Kapelle. Die Holztür quietscht beim Öffnen. Durch ein paar bunte Fenster strahlt die Sonne ins Innere. Bei ein paar anderen fehlt das Glas und ein leichter Wind weht Blätter herein. An den Wänden wächst Efeu bis an die Decke. Ich gehe nach vorne und setze mich in die erste Bank – die Blätter sind wie ein Kissen auf dem Holz. Ich schließe meine Augen und rufe meine Engel. Meine beiden Schutzengel und dann die, die ich gerade in meiner Situation brauche. Meine kleine Kapelle ist der Ort, an dem ich mich darauf konzentriere mit meinen Engeln zu kommunizieren.
Bevor ich aber anfange erde ich mich. Ich stelle mir vor wie sich Wurzeln aus meinen Füßen tief in der Erde verwurzeln und mir Halt geben. Damit der Ausgleich stimmt stelle ich mir das Ganze umgekehrt vor, nur das diesmal die Wurzeln tief ins Universum reichen.
Dann lasse ich mich von meinen Gefühlen und Gedanken leiten.
Hauptsächlich wurde mir bewusst, dass ich Angst habe. Jeder hat vor irgendetwas Angst, aber es auszusprechen und sich darüber bewusst zu werden ist nochmal etwas anderes. Ich habe Angst vor der Zukunft. Wie mein Leben aussehen wird und wie es auf der ganzen Welt aussehen wird. Ich frage mich, wie lange es noch so weiter gehen kann. Der Mensch behauptet von sich eines der intelligentesten Wesen auf der Erde zu sein – allein schon des Verstandes wegen – aber schafft es dann seinen Lebensraum – seinen Wirt – zu zerstören. Und obwohl es wissenschaftlich belegt ist – und an etwas was nicht wissenschaftlich belegt ist glaubt man ja sowieso nicht – welches Ausmaß unser Verhalten hat, ändert sich nichts. Frei nach dem Motto ’nach mir die Sintflut‘. Und die wird kommen, denn ein von Macht und Gier und Besitz getriebenes Verhalten kann nicht der Schlüssel sein.
Das ist etwas, was ich wohl nie verstehen werde. Wie man etwas so schönes und vollkommenes wie unsere Erde einfach so ausbeuten und zerstören kann – nur für den Komfort, Macht und Geld.
Aber ich gehe ins Vertrauen und vergebe den Menschen für ihr Verhalten – mich eingeschlossen. Es muss ein Umdenken passieren – nicht nur im Bereich Umweltschutz – und ich glaube das nach und nach immer mehr Menschen umdenken – und irgendwann wird die Waage kippen.
Ich sehe die Erde vom Weltraum aus – das typische Bild was man aus den Filmen kennt – und stelle mir vor wie sie strahlt, voller Energie und Heilung.
Man sagt, Glaube versetzt Berge, also versuche ich alles um Positives zu visualisieren und somit ein Gegenpol zu den ganzen negativen Energien und Schlagzeilen zu sein, die die Bevölkerung berieseln und die neg. Gedanken fördern.

Dann konzentriere ich mich wieder auf mich und mein Umfeld. Ich fühle mich etwas verloren und stelle mir vor, wie mich mein Freund umarmt – ganz fest – und es fühlt sich so an als würde er mich gerade wirklich umarmen.

Langsam finde ich mich wieder in meiner kleinen Kapelle wieder. Ich verabschiede mich von den Engeln und gehe über die Lichtung. Ich atme ein paar Mal tief durch und öffne meine Augen.

Ich vertraue darauf, dass alles gut wird.

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